?ber uns

Anja und Olaf 2020

Anja Palitza

  • M.A. für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Sport
  • Familienberaterin (DGSF)
  • Zertifizierte Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation (CNVC)

Arbeitsfelder

  • Anstellung als systemische Familienberaterin im Kinder-und Jugendheim Ranis
  • Freiberufliche Familienberatung
  • Kommunikationstrainerin

Olaf Hartke

  • Psychologischer Berater und Psychotherapeut nach HPG
  • Kommunikations- und Managementtrainer

Arbeitsfelder

  • Unternehmer und Unternehmercoach
  • Gewaltfreie Kommunikation und Mitarbeiterführung in Unternehmen und Organisationen

http://www.erfolgsschritte.de

http://www.ab-ins-kloster.de


Gemeinsames Buch: Heute gewaltfrei 366 Denkanst??e für jeden Tag

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?Ein Interwiev

Frauke Ratzke, Moderatorin der Xing-Gruppe: Gewaltfreie Kommunikation, hat im November 2012 ein Interview mit Anja Palitza und Olaf Hartke geführt.

Frauke Ratzke: Wie bist du zur Gewaltfreie Kommunikation gekommen? Gab es da ein Schlüsselerlebnis?

Anja: Es gab eine herausragende Begegnung weitab von Gewaltfreier Kommunikation und doch ganz dicht daran. In einem Praktikum haben mich zwei Menschen begleitet, bei denen ich mich angenommen, wertgesch?tzt und ganz sicher – im Bezug auf mein ?Sosein“ – erlebt habe. Vergleichbares ist mir vorher noch nicht begegnet. Das hat mich tief beeindruckt.

Olaf: Von einem Trainerkollegen habe ich das Buch ?Gewaltfreie Kommunikation“ empfohlen bekommen und weil ich dachte: ?Das braucht doch kein Mensch – und ich erst recht nicht.“, habe ich es zwei Jahre lang nicht gelesen. Und dann doch. Und seit dem bin ich infiziert.

Frauke Ratzke: Was genau ist es, das dich an der Gewaltfreien Kommunikation begeistert?

Anja und Olaf: Die Gewaltfreie Kommunikation bietet uns M?glichkeiten, best?ndig zu lernen und zu wachsen. Unsere Werte sind uns durch die Gewaltfreie Kommunikation bewusster geworden und es f?llt uns leichter, sie im Berufs- und Privatleben zu integrieren und für sie einzustehen.

Frauke Ratzke: Hast du eine Metapher für Empathie?

Anja: Die Empathie ist für mich eine Insel, auf deren festem Boden ich stehe. Um mich herum, im Meer der Sympathie und Antipathie, gibt es Menschen in Seenot. Von meiner sicheren Insel aus, kann ich ihnen Kommunikations-Rettungsringe zuwerfen.

Frauke Ratzke: Welche pers?nlichen Ver?nderungen hast du mit der Gewaltfreien Kommunikation selbst machen k?nnen? Nenne ein Beispiel, an dem du spürst, wie die Gewaltfreie Kommunikation deinen Alltag ver?ndert hat.

Anja: Durch die Gewaltfreie Kommunikation bin ich mutiger geworden und setze mich inzwischen engagiert für meine Bedürfnisse nach Frieden und Verst?ndigung ein. Beispielsweise habe ich mir gerade diesen Traum erfüllt: Ich bin im Sommer 2012 in drei Monaten 1.400 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze von Bayreuth nach Travemünde gewandert. Etwa 140 Menschen haben mich dabei begleitet. Gemeinsam haben wir die Gewaltfreie Kommunikation unterwegs ?gelebt“ und unsere Kenntnisse in Vortr?gen, Seminaren und Begegnungen mit den Menschen in den Gemeinden geteilt.

Frauke Ratzke: Was bedeutet Social Change in der Gewaltfreien Kommunikation für dich?

Anja und Olaf: Im Sommer 2009 konnten wir Marshall B. Rosenberg in einem International Intensive Training (IIT) kennen lernen. Seine Sehnsucht nach Frieden und sein unermüdlicher Einsatz für eine friedlichere Welt, haben uns sehr bewegt. Seine Energie hat unsere eigene Sehnsucht nach Ver?nderung in der Welt entflammt. Heute setzen wir einen gro?en Teil unserer Arbeitszeit dafür ein, dass Kinder in dem Vertrauen aufwachsen k?nnen, dass ihre Bedürfnisse genauso wichtig sind, wie der ?gro?en Menschen“.

Frauke Ratzke: Ihr bietet als Dozententeam Gewaltfreie Kommunikation in den Bereichen Kindererziehung und Mitarbeiterführung an. Wie seid ihr darauf gekommen und warum engagiert ihr euch genau in diesen Bereichen?

Anja: Mein Ausbildungs- und Arbeitsschwerpunkt liegt in dem Bereich ?Kindererziehung und Familie“. Und in Olaf?s Seminaren in Unternehmen geht es h?ufig um die Verbindung von Beruf und Familie.

Olaf: Mein Schwerpunkt ist der Bereich ?Mitarbeiterführung“. Wenn wir allerdings Gewaltfreie Kommunikation durch Anja?s Seminare in Kitas, Kinderheimen und Schulen bringen, kommen wir dort auch in der Regel zu den Führungsfragen der Leitung und der Teams.

Anja und Olaf: In unserer Arbeit nehmen wir Abstand, von den Begriffen ?Erziehung“ und ?Führung“. Wir vermitteln in beiden Bereichen, wie ein gemeinschaftliches Miteinander organisiert werden kann. Wir m?chten dazu beitragen, dass sich in Familien und Unternehmen die Prinzipien der ?Gleichwertigkeit der Menschen“ und der ?Gleichberechtigung der Bedürfnisse“ durchsetzen.

Frauke Ratzke: Wie k?nnte es damit weitergehen? Welche Visionen habt ihr für diesen Bereich?

Anja und Olaf: Auf unserer gemeinsamen Website http://www.giraffenkinder.com haben wir als unsere Vision genannt: ?Kinder sind unsere Zukunft! Deshalb m?chten wir aus ?berzeugung dazu beitragen, das Modell der ?Gewaltfreien Kommunikation“ den Menschen n?her zu bringen, die mit Kindern arbeiten und leben. Damit m?glichst viele „Giraffen-Kinder“ frühestm?glich lernen k?nnen, wie sie zu einer Gesellschaft beitragen k?nnen, in der die Menschen von Toleranz, Achtsamkeit und gegenseitigem Verst?ndnis gepr?gt sind.“

Frauke Ratzke: Was bedeutet euch die Gewaltfreie Kommunikation-Zertifizierung? Wie steht ihr dazu?

Anja und Olaf: Das sehen wir beide zwiesp?ltig. Wir h?ren immer wieder durch unsere Kunden von Trainingsinhalten, die unseres Erachtens wichtige Aspekte der Gewaltfreien Kommunikation nicht berücksichtigen. Wir haben bei Marshall Rosenberg ein Verst?ndnis zur Haltung der Gewaltfreien Kommunikation bekommen, das wir in einigen Trainingsangeboten nicht entdecken und wir befürchten, dass die Gewaltfreie Kommunikation durch manche Trainings nicht so verstanden werden kann, wie Rosenberg sie gemeint hat. Insofern befürworten wir den Zertifizierungsprozess als Ma?nahme der Sicherung der Qualit?t von Trainern.

Und genau das bringt uns gleich zum Zwiespalt: Auch unser Verst?ndnis der Gewaltfreien Kommunikation ist nur eine Verst?ndnism?glichkeit. Wer mag sich als Richter über das ?richtige Verst?ndnis“ eines Modells sehen, das Bewertungen nach Kategorien von ?richtig und falsch“ und ?gut und schlecht“ aufhebt?

Frauke Ratzke: Kannst du dir vorstellen, über das Internet einen Sinn für Gewaltfreie Kommunikation weiter zu geben – sowohl als Medium, um in Verbindung zu kommen als auch als Lernplattform? Wie würdest du das am ehesten anstellen?

Anja und Olaf: Ja, das k?nnen wir uns gut vorstellen und wir bieten dazu auch etwas an: Unsere Xing-Gruppe ?Gewaltfreie Mitarbeiterführung“ spricht gezielt Führungskr?fte an und l?dt zum Austausch ein. Auf unserer Website http://www.coaching-briefe.de haben wir zwei Gratisangebote:

Im w?chentlich erscheinenden Coachingbrief ?Gewaltfrei leben“ erl?utern wir unser Verst?ndnis der Gewaltfreien Kommunikation und schlagen eine Wochenaufgabe zum ?ben im Alltag vor. Der Sinn wird uns immer wieder dadurch best?tigt, dass wir zahlreiche Rückmeldungen und den Dank von Lesern erhalten. Beispielsweise berichtete uns auf dem ?1. Erfurter Gewaltfreie Kommunikation-Tag“ eine Leserin, dass sie die Mails ausdruckt und sie als st?ndige Erinnerung in ihren Kalender oder auf den Schreibtisch legt.

Und mit unserer 5-teiligen Mailserie ?Gewaltfreie Kommunikation kennenlernen“ m?chten wir neugierig machen. Der Link zu diesem Gratis-Angebot wird h?ufig im Bekanntenkreis versendet, um Menschen im pers?nlichen Umfeld einzuladen, sich mit der Idee der Gewaltfreien Kommunikation zu besch?ftigen.

Frauke Ratzke: Was wünscht du dir für unsere Gruppe?

Anja: Zahlreiche neue, neugierige und diskussionswillige Leser. Im Anhang unserer Vortragshandouts und Seminarordner empfehlen wir diese Gruppe als M?glichkeit, sich weiter mit Gewaltfreier Kommunikation zu besch?ftigen.

Frauke Ratzke: Was empfiehlst du als Gewaltfreie Kommunikation-Einstiegshilfe für Gewaltfreie Kommunikation-Neulinge?

Olaf: Die beiden oben beschriebenen Coaching-Briefe.